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Kassandra Kelven betrachtete die schwarzen Symbole auf dem brüchigen Pergament vor ihr und strich sich dabei eine Strähne ihrer schwarzen Locken aus dem Gesicht. Vorsichtig ließ sie ihre Finger über das Papier streichen und versuchte sich vorzustellen, wie viele Menschen das schon vor ihr getan hatten. Hier in der Bibliothek des britischen Museums. Der Raum in dem sie an einem der großen Tische saß, war voll gestopft mit meterhohen Regalen, die unter dem Gewicht tausender Bücher zu ächzen schienen. Und doch war es fast so still, das man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Neugierig sah sich die junge Britin um und beobachtete Mr. Johnson dabei wie er zwischen den Regalen hin und her lief und verschiedene Bücher mal hier hin und mal dorthin räumte. Dabei flüsterte er, wie üblich, leise Flüche vor sich hin. Kassandra Kelven kannte diese leisen Flüche, die sich Mr. Johnson nie laut auszusprechen wagte. Sie galten den unzähligen Studenten, die seine geliebten Bücher einfach in die schmutzigen Hände nahmen, Seiten einknickten und sie dann einfach irgendwo liegen ließen wo sie nicht hingehörten. Ein Schmunzeln stahl sich auf die Lippen des jungen Mädchens. Kassandra Kelven war eben genau das, was Mr. Johnson so verabscheute. Eine Studentin, im 2. Semester an der Oxford Universität, an der sie Literaturwissenschaften studierte. Doch trotzdem unterschied sich Kassandra von den anderen Studenten. Während ihre Freundinnen, wenn man sie denn so nennen wollte, nächtelang durch Pubs und Clubs pilgerten und keine Party ausließen, war Kassandra lieber allein. Allein mit ihren geliebten Büchern, voller seltener Schriftzeichen die sie nicht lesen konnte. Manchmal ertappte sie sich selbst dabei, wie sie mit dem Gesicht inmitten eines dieser schweren Bücher einschlief und erst spät in der Nacht wieder zu sich kam, wenn Mr. Johnson ihr mit mürrischer Miene auf die Schulter klopfte. Ein Geräusch riss die junge Studentin aus ihren Gedanken und ließ sie aufsehen. Ein hochgewachsener, schlaksig wirkender junger Mann hatte soeben die 8. Todsünde begangen. Er war mit einem wertvollen Buch in der Hand auf dem Weg zu einem der Tische gewesen, als er jedoch einen Stuhl übersah, der mitten im Gang einfach stehen gelassen worden war. Mit einem lauten Knall hatte er sich das Bein gestoßen, wobei ihm das Buch aus den Händen geflogen war und mit dem Bücherrücken nach oben liegen geblieben war. Kassandra konnte genau erkennen, das die untersten Seiten nach innen geknickt waren und Mr. Johnson seine Fährte bereits aufgenommen hatte. „Haben Sie denn keine Augen im Kopf junger Mann? Dieses Buch hat mehr gekostet als ihr gesamtes Studium“, herrscht Mr. Johnson ihn an und schon nervös seine Brille zurecht. So wie er es immer tat wenn er nervös oder maßlos verärgert war. Wie in diesem Moment. Gerade wollte der junge Mann zu einer Erklärung ansetzen, als eine ganze Menschenmenge den Saal flutete und sich hier und da auf den Tischen niederließ. Fassungslos starrte Mr. Johnson die jungen Menschen an, die sich nun angeregt unterhielten als würden sie sich in einem Straßencafé befinden. Doch anstatt auch diese Unwürdigen, wie er sie nannte, ebenfalls zurecht zu weisen, machte er auf dem Absatz kehrt, riss den verdutzen Jungen das Buch in der Hand und verschwand in seinem Büro am Ende des langen Saals. Kassandra sah ihm nach und warf selbst einen verächtlichen Blick auf die Gruppe der Studenten. Mit der Ruhe dieses Ortes war es schlagartig vorbei und es herrscht nun die Stimmung wie einem Wespennest. Seufzend stand Kassandra Kelven auf und räumte ihre Bücher zusammen. Vorsichtig legte sie ein Lesezeichen in ihr Notizheft und schlug es zu. Dann räumte sie ihre Schreibgeräte zusammen und packte alles in ihre Tasche die am Boden stand, als hätte sie dort jemand vergessen. „Und wir sehen uns später wieder“, flüsterte die junge Studentin mehr zu sich selbst als zu dem alten Wälzer vor sich und strich noch einmal über die schwarzen Symbole. Aus den Augenwinkeln nahm sie war, wie einige der anderen Studenten sich zu den hohen Fenstern begeben hatten und neugierig nach draußen blickten. Und erst jetzt bemerkte Kassandra die Sonnenstrahlen die durch ergrauten Gläser viel. Sonne war für diese Jahreszeit ehr Mangelware und so verwunderte es Kassandra herzlich wenig, als die Studenten in einem Anflug aus Übermut eines der Fenster öffnete. Augenblicklich fegte ein kalter Wind durch die Halle und zerrte vereinzelt an den verschieden Einbänden, die überall auf den Tischen verstreut lagen. Auch ihr Buch wurde vom frischen Herbstwind nicht verschont. Die Pergamentblätter flatterten nervös im Wind und Kassandra versuchte schnell sie mit den Händen glatt zu streichen. Dabei fiel ihr Blick auf das erste Symbol der neu aufgeschlagenen Seite und ließ sie in ihrer Bewegung inne halten. Der schwarze, verschlungene Buchstabe der fremden Sprache schien vor ihren Auge zu tanzen. Sachte bewegte er sich im an und abflauenden Wind, obwohl Kassandra die Seiten mit beiden Händen festhielt. Fasziniert starrte sie auf das Symbol, das sich wie eine Schlange zu schlängeln begann und sich sachte auf und ab bewegte. Die Zeit schien still zu stehen. Doch dann wehte der Herbstwind Kassandra um die Ohren und wehte ihr eine Strähne ihres dicken schwarzen Haares ins Gesicht, sodass ihr für einen Moment die Sicht auf das Pergament genommen wurde. Hastig strich sich Kassandra über die Stirn, doch es war vorbei. Die Rune lag reglos vor ihr. Nichts war mehr von dem Tanz zu sehen und auch das Pergament vor ihrer Nase schien sich nicht mehr zu kräuseln. Irritiert schüttelte die junge Frau den Kopf, sodass ihre Locken wild auf und ab hüpften. „Kassandra Kelven, du brauchst dringend mehr Schlaf. Und das nicht auf einem Bett von Büchern sondern in einem richtigen Bett“, flüsterte sie und schlug das Buch energisch zu. Hastig verließ sie die Bibliothek und machte sich auf den Weg zum nahe gelegenen Parkplatz. Der Wind hatte an Stärke zugenommen und wehte bunte Blätter vor sich her. Hier und da war auch vereinzelt ein beschriebenes Blatt Papier zu sehen das im Wind tanzte und dem ein Mensch hinterher jagte. Doch all das interessierte Kassandra nicht mehr. Sie war mit ihrem Gedanken schon längst in ihrem Zimmer, in dem großen alten Haus, das sie zusammen mit noch 2 Studentinnen bewohnte. Dort war auch ihr Bett, an das sie sich noch nie so einladend erinnerte wie in diesem Moment. Aber zuerst galt es, das Auto wieder zu finden das sie so achtlos irgendwo in den Nebenstraßen Londons geparkt hatte. Wieder wehte der Wind ihr um die spitze Nase und ließ sie frösteln. Es war merklich kühler geworden. Schnell zog sie das schwarze Halstuch enger um den Hals und bog mit eingezogenem Kopf in die nächste Seitenstraße ein. Und da war er. Der kleine, schwarze VW New Beetle, den sie von ihren Eltern zu ihrem 18. Geburtstag bekommen hatte. Fast allein stand er da und war bedeckt von bunten Blättern. Doch noch bevor sich Kassandra auf die Suche nach ihrem Autoschlüssel machen konnte, stieß sie gegen ein Hindernis und taumelte benommen zurück. Um Haaresbreite wäre sie gefallen doch etwas packte sie am Arm und hielt sie fest. Erst als Kassandra aufblickte, bemerkte sie das sie nicht gegen einen Gegenstand gestoßen war, sondern in einen waschechten Menschen der nun direkt vor ihr stand und noch immer ihren Arm festhielt. „Entschuldigung“, murmelte die junge Frau verlegen und zog ihren Arm aus der Umklammerung des Fremden. Dieser jedoch verzog keine Miene und sagte auch nichts. Irritiert starrte Kassandra den Mann einen Moment lang an. „Ich hab sie nicht gesehen“, versuchte sie es erneut und schob sich an dem hochgewachsenen Mann vorbei und auf ihr Auto zu. Die Blätter verklebten fast die gesamte Frontscheibe und Kassandra versuchte energisch sie wegzuwischen, jedoch nur mit mäßigem Erfolg. „Na toll“, fluchte sie leise und öffnete die Wagentür. Kurz bevor sie einstieg, blickte sie sich erneut zu dem Fremden um, der noch immer wie erstarrt da stand. Er schien noch nicht einmal bemerkt zu haben das es zu regnen begonnen hatte. Kopfschütteln stieg Kassandra in den Wagen und schlug die Autotür zu. Im Rückspiegel konnte sie noch immer den Mann, der ganz in schwarz gekleidet war, erkennen. Noch immer hatte er sich nicht gerührt. Verstört ließ sie den Motor an und bog aus der Parklücke. Bald schon war das Radio auf volle Lautstärke gedreht und vergessen waren die Geschehnisse in der Bibliothek und auch an den Mann in schwarz verschwendete Kassandra keinen Gedanken mehr. Nach fast 2 Stunden hatte sie es endlich geschafft aus London heraus zu kommen und bog jetzt auf eine ruhigere Straße an, die ins Landinnere führte. Der Regen war stärker geworden und ließ den Blick auf de Straße merkwürdig verschwommen aussehen. Mit zusammen gekniffenen Augen lenkte Kassandra den Wagen über die glatte Straße. Sie hasste es bei Regen Auto zu fahren. Vielleicht sollte sie doch zur Abwechslung mal den Wetterbericht zuhören, anstatt schon früh am Morgen ihre Nase in eines der Studienbücher zu stecken. Doch all das half ihr jetzt reichlich wenig. Ein greller Blitz durchzuckte die schwarze Nacht und ließ sie taghell erscheinen. Selbst der Mond und seine Sterne hatten sich hinter dicken Wolken versteckt und die Welt in fast völliger Dunkelheit zurück gelassen. Aus der Ferne grollte der Donner und wieder zuckte ein Blitz über das Firmament. Müde rieb sich Kassandra die Augen. zu allem Überfluss sollte es jetzt also auch noch ein Gewitter geben. Sie hasste Gewitter. Auch wenn ihre Mutter ihr vor langer Zeit eine sehr schöne Geschichte erzählt hatte. Über Gewitterkinder, die mit ihrem Grollen nach ihrer Mutter riefen und mit den Blitzen die Erde absuchten. Sie jedoch nie fanden. Eigentlich hatte Kassandra diese Geschichte gemocht. An ihrer Abneigung gegen Gewitter hatte diese jedoch nichts geändert. Das Aufleuchten zweier Scheinwerfer riss Kassandra aus ihren Gedanken. Die Lichtkegel trafen den Kleinwagen mit voller Wucht und machte Kassandra fast blind. Dann ging alles ganz schnell. Sie spürte wie der VW gegen ein Hindernis prallte und sich um die eigene Achse zu drehen begann. Erschrocken schrie sie auf und versuchte hektisch den Wagen wieder unter Kontrolle zu bringen. Doch schon im nächsten Moment spürte sie erneut einen Ruck und wurde nach vorn geworfen. Wie eine Bombe explodierte der Schmerz in ihrer Stirn und alles um sie herum versank im schwarzen Nichts.



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