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Kapitel 2

Geteiltes Leid




Mit angezogenen Beinen saß Estella Bolger auf der Türschwelle des Brandyweinschlosses und sah in die sternenklare Nacht hinauf. Leise konnte sie den Wind säuseln hören und wie er unzählige Geräusche an ihr Ohr trug, von dem sie jedoch kaum Notiz nahm.
Drei Wochen waren jetzt schon vergangen seid Meriadoc Brandybock, zusammen mit Peregrin Tuk, nach Gondor aufgebrochen war und inzwischen schien er ebenso weit weg von ihr zu sein wie die Sterne am Horizont. Leise seufzend verfolgte Estella wie ein kleiner Schwarm Vögel über den Brandywein flog und in der Ferne immer kleiner wurde bis er nicht mehr zu sehen war.
Erneut kehrten ihre Gedanken an jene Tage zurück, an denen Meriadoc sich Frodo Beutlin angeschlossen hatte und mit ihm in eine ungewisse Zukunft fortgegangen war. Niemand konnte damals sagen ob sie zurück kommen würden, keiner konnte den Schmerz und die Angst lindern den sie damals gespürt hatte und der jetzt wieder nach ihr zu greifen drohte. Noch immer konnte Estella sein Gesicht vor ihrem inneren Auge sehen. Abgekämpft und müde war er gewesen, doch als er sie gesehen hatte, war das Leuchten in seine Augen zurückgekehrt.
Ein Geräusch dicht neben ihr ließ Estella hochschrecken und sich umsehen. Für einen Moment hätte sie fast geglaubt das ihre Ehemann zurückgekehrt war und sich die Nachricht aus dem fernen Gondor als großer Irrtum herausgestellt hatte. Doch als sie auf dem Weg hinaustrat und die Dunkelheit blickte konnte sie niemanden erkennen. Das Geräusch verhallte und Stille senkte sich wieder über das Schloss und umhüllte Estella wie einen unsichtbaren Mantel.
Der Wind schob die Wolken fort die sich vor dem Mond geschoben hatten und gaben den Blick auf den Brandywein erneut frei. Ruhig und mit einem leisen Plätschern floss er dahin, fast so als wollte er die Hobbits nicht wecken die bereits zu Bett gegangen waren. Estella wusste das sie die einzigste war, die zu so später Stunde noch im freien saß. Selbst Esmeralda Brandybock, Merry´s Mutter, hatte sie nicht überreden können hinein zu kommen und sich zur Ruhe zu begeben.
Vorsichtig lehnte sich Estella gegen den kühlen Türrahmen und schloss die Augen. Das Zirpen der Grillen drang nun lauter an ihre Ohren und es schien als würde der Wind ihr etwas zuflüstern wollen. Doch inmitten dieser Geräusche mischte sich nun gleichmäßige Hufschläge eines Ponys. Die Laute wurden mit jedem Moment indem Estella regungslos lauter bis es plötzlich erstarb. Vorsichtig warf Estella einen Blick über einen blühenden Rosenstrauch und erblickte ein bekanntes Gesicht auf einem kleinen Pony.
„Guten Abend Juweline. Was führt dich her zu so später Stunde?“, sprach Estella und trat auf den Weg hinaus. Neugierig musterte sie das Gesicht der Hobbitfrau und stellte betrübt fest das in ihren Augen der selbe Schatten lag wie in ihren Eigenen.
„Ich konnte nicht schlafen. Also bin ich noch etwas umhergelaufen und habe dann das Pony genommen. Ich hatte gehofft das du noch wach bist. Aber warum sitzt du hier draußen?. Langsam ließ Juweline sich vom Rücken des Ponys gleiten.
„Aus demselben Grund der dich ziellos umher wandern und schließlich reiten ließ“, erwiderte Estella und versuchte zu lächeln was ihr aber nicht sonderlich gut gelang. „Ehrlich gesagt weiß ich auch nicht so recht was mit mir los ist. Es ist ja nicht das erste Mal das Merry so überstürzt fort musste. Und doch habe ich das ungute Gefühl das etwas nicht stimmt“.
Juweline nickte stumm. Sie wusste nur zu gut was sie meinte. Dieses beklemmende Gefühl in ihrem Herzen, getrieben von der ständigen Angst das Pippin eines Tages vielleicht doch nicht wiederkehren würde. Das der Krieg ihn nun entgültig besiegte und seine eiserne Faust um ihn schloss. Was würde dann werden? Könnte sie denn überhaupt leben ohne ihn?
Schnell wandte Juweline den Blick ab, doch Estella gab ihr mit einem Nicken zu verstehen das sie verstand.
„Möchtest du noch eine Weile mit rein kommen? Ich mach uns Tee“.
Leise folgte Juweline ihrer Freundin in das riesige Haus in dem mehr als zweihundert Brandybocks mit ihren Familien lebten. Schon oft war sie mit Peregrin hier gewesen und hatte Estella und Meriadoc besucht, selbst Faramir liebte es an diesem Ort zu sein und lief stundenlang einfach nur aus Spaß durch die vielen Gänge.
Als sie in die riesige Küche kamen ließ sich Juweline erschöpft auf einen der Stühle sinken und merkte erst jetzt wie erschöpft und ausgelaugt sie sich fühlte. Mit halb geschlossenen Augen verfolgte sie, wie Estella eilig den Wasserkessel aufsetzte und dabei so leise war das selbst sie kaum ein Geräusch vernehmen konnte.
„Ist Faramir bei Pippins Eltern?“, fragte Estella schließlich und durchbrach damit die Ruhe, die den Raum erfüllt hatte. Mit einem kleinen Tablett, das mit zwei Tassen und einer Kanne beladen war, ließ sie sich auf den Stuhl neben Juweline nieder und sah sie fragend an.
„Ja. Er hat sich gefreut mal wieder bei seinen Großeltern übernachten zu dürfen. Auch wenn sich Paladin morgen früh über seinen Rücken beklagen wird weil Faramir ihn wieder ohne Unterlass in Schach hält“, gab sie zurück und musste bei der Vorstellung lächeln.
Nickend füllte Estella inzwischen die Tassen mit dem frisch aufgebrühtem Früchtetee. Sofort war das Zimmer erfüllt mit dem süßen Geruch von Brombeeren, Himbeeren und den anderen Früchten aus denen der Tee zusammengebraut war.
„Obwohl ich weiß das es sich nur um eine Vorsichtsmaßnahme handelt wie Merry sagte kann ich die Angst nicht loswerden. Es ist schlimmer als sonst“. Vorsichtig fuhr Estella mit ihrem Zeigefinger über den Rand ihrer Tasse.
Eine Weile wusste Juweline nicht was sie darauf erwidern sollte. Wenn sie jetzt sagen würde was sie dachte, war sie sich sicher das sie erneut in Tränen ausbrechen würde. Genauso wie sie es getan hatte, als Peregrin gegangen war.
„Ja. Ich weiß“, begann Juweline dann und konnte das Beben in ihrer Stimme kaum unterdrücken.
„Ich weiß aber auch das sie erfahrene Krieger sind und das Orks kein Problem für die beiden darstellen. Aber es ist so, als wäre da noch etwas. Von dem sie uns nicht erzählt haben“.
Juweline sah ihrer Freundin mit großen Augen an.
„Wie kommst du darauf? Sie würden uns doch nicht anlügen“.
„Nein. Das würden sie nicht. Aber vor zwei Tagen war ein Mann hier. Er trug eine Rüstung auf der ein silberner Baum gestickt war. Soviel wie ich weiß ist dies das Wappen von Gondor“.
Juweline nickte stumm.
„Auf was willst du hinaus?“.
Estella räusperte sich kurz und fuhr fort. „Er erkundigte sich bei mir nach Merry. Und nach Pippin. Dabei waren sie doch schon vor drei Wochen aufgebrochen. Er schien etwas besorgt zu sein, ich konnte es in seinen Augen sehen“. Einen Moment lang betrachtete Estella das Keramik der Teekanne und sah anschließend wieder zu Juweline auf, welche sie immer noch mit großen Augen anstarrte.
„Sie sind in Minas Tirith nicht angekommen Juweline. Der Mann meinte das der König annahm das Merry und Pippin in Edoras halt gemacht haben. Doch als man sich erkundigte stellte sich das als Falsch heraus“.
Es war als hätte etwas Mystisches die Zeit angehalten und alles Leben mit sich.
Juweline spürte wie Panik in ihr aufkam und sich wie eine riesige Flutwelle in ihrem Körper ausbreitete. Es schnürte ihr die Kehle zu und trieb ihr Tränen in die Augen.
„Was hat er noch gesagt?“, brachte sie es schließlich hervor. Doch ihre Stimme war nur noch ein heiseres Krächzen.
„Als ich ihm sagte das sie bereits vor einigen Wochen losgeritten sind schien er verwirrt zu sein. Um nicht zu sagen geschockt. Er verabschiedete sich und ritt davon“.
„Aber es passt nicht zu Pippin, und auch nicht zu Merry, das sie ein unnötiges Risiko eingehen. Etwas muss passiert sein, wir sollten sie suchen“, schlug Juweline vor und sprang auf, die Arme auf die Tischplatte gestützt.
„Glaubst du wir würden sie finden? Sie könnten überall sein“, unterbrach Estella sie.
„Ja. Ich weiß. Aber es wird mich umbringen wenn ich nur tatenlos dasitze und nichts tue“. Flehend sah Juweline zu Stella deren Hand nun zu einer Faust geballt war.
Nach einem schier unendlichen Moment sagte sie:
„Ja. Ich denke wir sollten es zumindestens versuchen“.
Dankbar und doch voller Angst versuchte Juweline erneut zu lächeln. Dann wandte sich zur Tür.
„Ich werde noch einmal nach Tukland reiten und werde Paladin bitten auf Faramir acht zu geben. Bei Anbruch der nächsten Nacht komme ich wieder“. Als Juweline die Tür öffnete um zu gehen, blieb sie jedoch noch einmal stehen und drehte sich zu Estella um. „Was mich allerdings einwenig beruhigt ist das Pippin nicht allein ist. Wo immer er auch sein mag. Merry ist bei ihm. Und genauso ist es bei uns. Es ist gut zu wissen das jemand da ist der einen versteht“.
Estella lächelte. Das erste mal seid Meriadoc weg war, hatte sie das Gefühl, das es doch noch jemanden gab, zu dem sie immer gehen konnte. Und das war ein beruhigendes Gefühl.



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